Seminare und Workshops

23.08.2016 - Seminar "Caska: In situ-Konservierung eines antiken Wracks"

Durch die Universität Zadar werden aktuell mehrere archäologische Ausgrabungen durchgeführt. Bei den Untersuchungen in der Caska-Bucht, die der FUWA e.V. ebenfalls unterstützt, wurde gerade die In situ-Konservierung eines 2000 Jahre alten römischen Wracks abgeschlossen. Eine gute Gelegenheit, um im Rahmen eines Seminars die neuesten Erkenntnisse zur römischen Besiedlung der Insel Pag und insbesondere zum antiken Hafen und den ergriffenen Maßnahmen zur dauerhaften Erhaltung des Schiffskörpers am Fundort zu erfahren.

Bergen oder Nicht-Bergen?

Nur in besonderen Einzelfällen werden antike Wracks komplett geborgen, konserviert und ins Museum gestellt. Denn Holz, das Jahrhunderte lang im Wasser gelegen hat, ist unabhängig von seiner äußeren Erscheinung oft durch biologische Aktivitäten stark angegriffen und geschwächt. Zellwände sind durchlöchert, Zellinhalte abgebaut, Wasser ist in die mikroskopischen Hohlräume wie in einen Schwamm eingedrungen und hält das Holz in seiner ursprünglichen Form. Wird das Holz geborgen und trocknet aus, so verschwindet das stabilisierende Wasser und das Material schrumpft, verzieht sich und zerfällt. Um die Bergung an sich durchzuführen sowie diese zerstörerischen Vorgänge zu stoppen, bedarf es großer technischer Anstrengungen, die mit entsprechend hohen Kosten verbunden sind.

In situ-Konservierung

Ist eine Bergung ausgeschlossen, muss nach Freilegung und Dokumentation des Schiffskörpers entschieden werden, welche Art von In situ-Konservierung die Wrackfunde an Ort und Stelle dauerhaft in gutem Zustand erhält. Grundsätzlich bedingen die Lage im Wasser und eine genügend hohe sauerstoffundurchlässige Überdeckung geradezu ideale Konservierungsbedingungen mit Erhaltungschancen über Jahrtausende. Allerdings sind immer die besonderen Bedingungen und die speziellen denkmalpflegerischen Risiken an der Fundstelle zu beachten.

Das Konzept für das Wrack Caska 2

Bedingt durch den Fundort, der sich in nur drei Meter Wassertiefe in einer durch Wassersport stark geprägten Bucht befindet, kam eine einfache Überdeckung mit Geotextil und Kies nicht in Frage. Das Objekt, ein circa 15 Meter langes römisches Holzschiff aus dem 1. oder 2. Jahrhundert, musste so stark gesichert werden, dass Gefahren durch Wellenschlag, Ankern oder Raubgrabungen durch Schnorchler oder Taucher weitestgehend ausgeschlossen werden können. Nach Prüfung und Abschätzung des umzusetzenden Aufwands wurde beschlossen, die freigelegten Holzplanken und -spanten mit Sandsäcken zu stabilisieren und mit Geotextilmatten, die zusätzlich mit mehreren Lagen Felsbrocken beschwert wurden, zu sichern. Zukünftig werden regelmäßig Kontrollen durchgeführt, um mögliche Veränderungen an der Sicherung frühzeitig zu erkennen.

Interessante Literatur zum Thema:

  • Mainberger, M. (2013): Schutz durch Umbettung: Erhaltung eines mittelalterlichen Wracks in Reichenau - Genslehorn. Vorarlberg Museum Schriften 1: 173-179.
  • Oexle, J. & Schlichtherle, H. (1992): Bergung eines mittelalterlichen Lastschiffes aus dem Bodensee. Denkmalpflege Baden-Württemberg 2: 37-43.
  • Verband der Restauratoren e.V. (2015): Der Fund und das Wasser. 5. Fachtagung der Fachgruppe Archäologische Objekte. Bonn: 48 S.

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