Ausstellungen

29.12.2015 - Ausstellung "Der versunkene Schatz" in Basel

Blaues Licht, Videoprojektionen von Wasser und vom Ort des Geschehens umgeben die Besucher, wenn sie im Baseler Antikenmuseum die Stufen in die beiden unteren Etagen heruntergehen. Die Inszenierung gilt einem der berühmtesten Wracks der Antike - dem Schiff von Antikythera.

Das Schiff

Im 1. Jahrhundert vor Christus waren die Römer begeistert von der griechischen Kultur. Unzählige Handelsschiffe machten sich beladen mit etlichen Kunstgegenständen von Griechenland auf den Weg nach Italien. Nicht alle erreichten ihr Ziel. So sank um 70/60 v. Chr. ein ca. 40 Meter langes Holzschiff bei der kleinen griechischen Insel Antikythera, nordwestlich von Kreta. Schwammtaucher entdeckten es im Frühjahr 1900 in 40 bis 50 Meter Wassertiefe und durften mit Erlaubnis der griechischen Regierung eine beachtliche Anzahl von Funden bergen. Diese Entdeckung gilt zugleich als Geburtsstunde der Unterwasser-Archäologie.

Die Ladung

Den größten und zugleich spektakulärsten Teil der Ladung, die mit dem Schiff unterging, machen größtenteils überlebensgroße Marmor- und Bronzestatuen von Menschen und Pferden aus. Aber auch kleine filigrane Kostbarkeiten wie Schmuck, Gläser und Feinkeramik konnten bislang geborgen werden. Neben Silber- und Bronzemünzen wurden auch Amphoren und andere Gefäße, die wahrscheinlich ebenfalls Teil der kommerziellen Ladung waren, gefunden. Leider war das Fotografieren in der Ausstellung verboten, aber über den unten angegebenen Link kann man einen kleinen Einblick in die beeindruckende Ausstellung bekommen, die noch bis zum 27.3.2016 in Basel gezeigt wird.

Der Mechanismus

Bei dem wohl berühmtesten Objekt aus dem Wrack handelt es sich um einen Mechanismus, von dem 82 Fragmente mit mindestens 30 Zahnrädern erhalten sind. Schon früh war klar, dass es sich um ein astronomisches Instrument handeln musste. Der genaue Gebrauch und Nutzen ließen sich aber erst mit modernster Röntgentechnik entschlüsseln. Im Inneren verborgene Inschriften konnten als eine Art Bedienungsanleitung entziffert werden. Eine Vielzahl von astronomischen und kalendarischen Ereignissen konnten mit dem Mechanismus bestimmt werden. Die Funde erlaubten es sogar, dass in den letzten Jahren funktionstüchtige Nachbauten angefertigt werden konnten.

Die Forschung

Trotz dieser spektakulären Funde wird das Wrack wohl noch viele Geheimnisse in sich bergen. Denn seit den Untersuchungen vor über 110 Jahren wurden bis heute nur wenige archäologische Tauchgänge am Wrack durchgeführt. 1953 betauchte der Unterwasserpionier Jacques-Yves Cousteau das Wrack. 1976 kehrte Cousteau auf Einladung der griechischen Regierung zurück und führte eine Unterwassergrabung mit ein Dutzend Tauchgängen durch. Das Wrack schien in Vergessenheit zu geraten, bis das griechische Kulturministerium 2012 die Initiative ergriff und zeitgleich zur ersten Ausstellung nach Sponsoren für eine neue, millionenschwere Ausgrabung suchte. Seit 2014 wird jetzt jährlich für einige Wochen mit Einsatz von Sonar, Robotern, Exosuit-Tauchsystemen und weiterer Technik am Wrack geforscht.

Adresse:   Antikenmuseum
 
    St. Alban-Graben 5
 
    CH-4010 Basel  
    Webseite des Museums  

Zum Nachlesen und vieles mehr:

  • Ausstellungsführer Objektlegenden „Der versunkene Schatz. Das Schiffswrack von Antikythera“

Kostenfrei erhältlich am Empfang des Museums.

  • Andrea Bignasca et al. (2015): Der versunkene Schatz. Das Schiffswrack von Antikythera. Basel.

Erhältlich für 32,- CHF im Shop des Museums.


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