Entdeckung und Forschungsarbeiten

Name des Wracks San Girolamo.

Ort
Kroatische Adria, in der Bucht von Suđurađ (Insel Šipan) in der Nähe von Dubrovnik.
Wassertiefe
26-30 Meter.
Gesunken
Im Jahr 1576.
Ursache



Wahrscheinlich nach einem Brand auf dem Schiff (begleitet möglicherweise mit Explosion des an Bord gelagerten Schwarzpulvers) mit Auflaufen auf eine kleine Felseninsel (Mali-Riff) in der Bucht. Anschließend rutschte das Schiff vom Riff herunter und neigte sich auf die Backbordseite.
Schiffstyp

Handelsschiff (Galeone) von ca. 25 m Länge, das einem Kaufmann der damaligen Republik Dubrovnik (Ragusa) gehörte.
Ladung






Alte Dokumente belegen, dass schon 1607 und 1608 durch griechische Schwammtaucher Teile der Ladung und elf Waffen geborgen worden sind. Nach der Wiederentdeckung 1972 wurde nur (noch) sehr wenig Ladung gefunden (20 Metallbarren von zwei Meter Länge). Alle übrigen Funde gehörten wahrscheinlich zum Inventar des Schiffs (u.a. Kanonen mit Kugeln, Brandbomben, Kompasse, Bleiplatten als Schutz der Planken vor Schiffsbohrmuscheln) oder waren persönliche Gegenstände der Besatzung (u.a. Spanische Münzen, Bronzesiegel, Keramik).
Entdeckt


Das Wrack wurde wiederholt geplündert und war den Behörden anekdotisch Mitte des 20. Jahrhunderts bekannt. 1972 wurde nach dem Wrack offiziell gesucht und bei der Insel Šipan gefunden.
Frühere Untersuchungen

Zwischen 1972 und 1974 erste archäologische Untersuchung durch das Schifffahrtsmuseum von Dubrovnik mit Bergung von rund 200 Objekten. Eine Auswahl der interessantesten Stücke wird im Schifffahrtsmuseum von Dubrovnik gezeigt (siehe auch Fotos unten).
  2000 zweite archäologische Untersuchung durch das Schifffahrtsmuseum von Dubrovnik mit mehreren kurzen Erkundungen. Neben Bergung einiger Keramikgefäße Feststellung, dass noch ein größerer Teil der Holzkonstruktion des Schiffs gut erhalten ist.
Aktuelle Untersuchungen




Seit 2014 archäologische Grabungen der Universität Zadar in Zusammenarbeit mit verschiedenen nationalen und internationalen Partnern. Schwerpunkt des Projekts "Šipan-Wrack" bildet die Erforschung des Schiffskörpers, da bisher wenig über die Bauweise und Ladungskapazität von Handelsschiffen des 16. Jahrhunderts bekannt ist. Zusätzlich wird gezielt nach weiteren Gegenständen der Ladung und des Schiffsinventars sowie persönlicher Gegenstände der Besatzung gesucht (siehe Fotos von der Grabungskampagne 2016).
  Das Šipan-Projekt ist integriert im AdriaS-Projekt, das von der Kroatischen Science Foundation finanziell unterstützt wird und verschiedene archäologische Untersuchungen in Kroatien umfasst. Neben Wissenschaftlern aus Kroatien, Italien, USA und anderen Ländern unterstützen der FUWA e.V. und Die Tauchbasis Koblenz sowie weitere Partner die Unterwasserarbeiten des Projekts.