Entdeckung und Forschungsarbeiten

Name des Wracks Gagliana (tw. auch Gaiana, Gagliana grossa und Gnalić Wrack).

Ort
Kroatische Adria, bei der kleinen Insel Gnalić, in Sichtweite der Hafenstadt Biograd.
Wassertiefe
24 Meter.
Gesunken
Im Jahr 1583 auf der Reise von Venedig nach Konstantinopel.
Ursache
Unbekannt.
Schiffstyp

Früher glaubte man, es wäre eine Galeere. Aktuell wird davon ausgegangen, dass es sich um ein ca. 40 m langes Frachtschiff mit drei Segelmasten handelt.
Ladung






Handelsgüter für Sultan Murad III. und den Markt von Konstantinopel, darunter eine Vielzahl archäologischer Besonderheiten, die aus ganz Europa stammten: in Leder gefasste Brillen aus Nürnberg, Rollen mit gefärbten Damast, eine große Anzahl Messing-Leuchter aus Lübeck, Messingplatten und -kabel, Zinnbarren, Chemikalien wie Quecksilber und Zinnober, Glasobjekte aus Murano (u.a. Gläser, Vasen, Glasscheiben), kleinere Objekte wie z.B. Schellen, Rasierklingen, Schmuckperlen, Nähutensilien. Neben gebrauchsfertigen Produkten wurden demnach auch Rohstoffe transportiert.
Entdeckt
In den 1960er Jahren durch Schwammtaucher aus Murter.
Frühere Untersuchungen

Zwischen 1967 und 1974 erste archäologische Untersuchung durch Universität Zadar mit Teil-Bergung der Ladung und Schiffsausstattung (u.a. 9 Kanonen, 2 Anker) durch kroatische Marine.
  1996 zweite archäologische Untersuchung durch Universität Zadar / Dr. Brusić mit Teil-Bergung der Ladung unter Einsatz deutscher Taucher aus Koblenz unter Leitung von H. Siepenkötter.
  2004-2005 kleines internationales Forschungsprojekt der EU zur vertieften archäologischen Bearbeitung der Funde (Universität Zadar in Zusammenarbeit mit Archäologen u.a. aus England, Italien und Slowenien).
  Viele der ausgegrabenen Fundstücke wurden der Allgemeinheit in Ausstellungen bereits zugänglich gemacht. Eine Dauerausstellung zum Wrack und seiner Ladung gibt es im Stadtmuseum von Biograd.
Aktuelle Untersuchungen






Nach einem Workshop mit Voruntersuchung 2011 und einer kleinen archäologischen Grabung im Sommer 2012 finden seit Sommer 2013 am Wrack bei Gnalić erste umfassendere Ausgrabungen statt. Schwerpunkt des Projekts "Gnalić-Wrack" bildet die Erforschung des Schiffskörpers, da bisher wenig über die Bauweise und Ladungskapazität von Handelsschiffen des 16. Jahrhunderts bekannt ist. Neben der Bergung weiterer Ladung sollen auch ergänzend die Auswirkungen des Wracks auf die maritime Umwelt sowie die Besiedlung des Wracks durch holzzerstörende Organismen (Schiffsbohrwürmer, Pilze) untersucht werden. Die Laufzeit des Projekts ist momentan auf 10 Jahre veranschlagt.
  Das Direktoren-Team des Projekts Dr. Irena Radić Rossi (Universität Zadar) und Dr. Filipe Castro (Texas A&M University) setzen dabei auf Kompetenz aus vielen Nationen und Disziplinen: Neben Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen (Geschichte, Archäologie, Biologie, Ingenieurwissenschaften) aus Kroatien, USA, Frankreich und anderen Ländern unterstützen deutsche Sporttaucher und lokale Tauchbasen die Unterwasserarbeiten des Projekts.
   
  Das Gnalić-Projekt: Initiatoren und Unterstützer
  Das Gnalić-Projekt wurde initiiert von: Gemeinde Biograd na moru, University of Zadar, Texas A&M University, Forum of the Adriatic and Ionian Cities.
  Unterstützt von: Croatian Ministry of Culture, Homeland Museum of Biograd, Institute of Nautical Archaeology, Center for Maritime Archaeology and Conservation at Texas A&M University, Institute of Art History – Center Cvito Fiskovic in Split, Museum of Ancient Glass in Zadar, Faculty of Electronic Engineering and Computing / University of Zagreb, National Museum in Zadar, University of Dubrovnik, University Ca’Foscari – Department of Management, Polytechnic University of delle Marche / Ancona, University of Patras – Department of Geology / Greece, CNRS, through the Musée de la Marine and the Laboratory of Sciences of Information and Systems at Marseilles, AURORA Institute of Maritime Studies in Malta, Institute of Intelligent Systems for Automation / Genova, Museo della Marineria di Cesenatico, Die Tauchbasis / Koblenz, Verein zur Förderung der Unterwasser-Archäologie e.V. / Koblenz (FUWA e.V.).